Chronist
Alois Micheler
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August 1989:
Es ist schon ziemlich lange her, der einst geführte Schriftverkehr.
Hier der Pfarrer - dort der Schmied, des Pfarrers ewig gleiches Lied.
Es kam ihm in den Sinn - ad hoc - die Kirche bräucht`an Opferstock.
Wie die Geschichte weiterging - steht in den nächsten Zeilen drin:
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Der Pfarrer
Cons. Anton Ortner

an den
Kunstschmied
Josef Glieber
in Leisach
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Lieber Freund und Artifex, unser Geld ist lang schon ex.
So klagt Ottilia immer zu und läßt mir einfach keine Ruh`.
Guter, bester Kupferschmied, beenden könntest Du das Lied:
mach einen Opferstock uns bald - für St. Ottilia nah`dem Wald.
Nur Du allein machst es uns recht - andre Schmiede sind auch nicht schlecht
-
doch Deine Werke, wer kennt sie nicht, sind einfach immer ein Gedicht.
Zur Mahnung nur, sei dies geschrieben, handle nur nach Zeitbelieben!
Doch - alles hier auf dieser Welt - schreit immer nur nach Geld und
Geld.
St. Ottilie, du große Frau, auf unsern Schmied jetzt gnädig
schau,
dass nach vielen Klopfen, Hämmern -
auch unser Opferstock beginnt zu dämmern.
Pfarrer Anton Ortner, Amlach
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Der Schmied
Josef Glieber
an den Pfarrer
Anton Ortner
in Amlach
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Verehrter Freund und Gottesmann, Dein
Schreiben hat`s mir angetan,
fast möchte ich Kolleg` Dich heißen, Du schmiedest Verse, ich
das Eisen.
Deiner Freundin mit der Lilie, bekannt als Heilige Ottilie
schmied ich für Ihren Barverkehr eine Börse fest und schwer.
Mit dem Schlund, nicht allzuklein, für Silberling und großen
Schein,
ein festes Schloß hält alles z`ammen. Gelobt bei Jesus Christus
- Amen.
P.S.
Gerwährt dem Meister gnädig Frist, bis alles ausgetüpftelt
ist;
dann mag nach St. Ottilia`s Willen ihr Opferstock sich klingend füllen.
Josef Glieber
Glutwächter der Galitzenschmiede
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So ist des Meisters Werk gelungen.
Ottilias Freude ist erklungen:
Danke Meister! Behüt`Ihr seid-
von nun an bis in Ewigkeit!
Der Chronist
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