Ich weiß mich mit Amlach seit 25 Jahren in einzigartiger Weise verbunden:



Ehrenbürgerschaft

für

Weihbischof Matthias Defregger







Das Bischofswappen
Defreggers

Am Peter- und Pauls-Tag -29. Juni 1989- fasste der Gemeinderat den Beschluss, Seiner Exzellenz Herrn Matthias Defregger, Weihbischof der Erzdiözese München und Freising, in dankbarer Würdigung und Anerkennung seiner Verdienste um die Kirche in Amlach und somit um das Dorfleben zum Ehrenbürger zu ernennen.

In einem festlichen Rahmen wurde am Hohen Frauentag, 15. August 1989, von Bgm Franz Idl die Ehrenbürgerschaftsurkunde an Weihbischof Matthias Defregger überreicht. Franz Idl gab folgenden Einblick in den Lebenslauf und Ortsverbundenheit des neuen Ehrenbürgers:

Matthias Defregger wurde am 18. Februar 1915 als Enkel des berühmten Malers Prof. Franz von Defregger in München geboren. 1934 beendete er das Gymnasialstudium in Jesuiteninstitut „Stelle matutina“ in Feldkirch. Nach Philosophischen Studien wurde er zur Wehrmacht eingezogen, wo er zuletzt im Range eines Majors Kommandeur einer Nachrichtenabteilung der 114. Jägerdivision war. 1945 setzte er sein Studium fort und war nach der Priesterweihe 1949 in Freising durch Kardinal Faulhaber während 4 Jahren Kaplan einer Stadtpfarrei in München.1953 erfolgte die Berufung zum Sekretär des Kardinal Wendel. 1962 wurde Matthias Defregger Mitglied des Domkapitels und 4 Monate später Generalvikar der Erzdiözese München und Freising. Am 10. Juli 1968 wurde Generalvikar Prälat Matthias Defregger von Papst Paul VI. zum Weihbischof der Erzdiözese München und Freising ernannt und erhielt am 14. September 1968 im Münchner Liebfrauen-Dom durch Kardinal Döpfner die Bischofsweihe.

Auf einer Besuchsreise zu seinen Verwandten kam Bischof Defregger 1951 nach Iselsberg und verbrachte dort 13 Jahre lang seine Ferientage. Der hochgelegene Ort in 1.200 m behagte Matthias Defregger gesundheitlich nicht so besonders. So kam er 1965 zur Familie Holzer – Grondl nach Amlach. Die Urgroßmutter des Besitzers Hans Holzer war eine geborene Defregger.

Im Jahre 1972 wurde für Weihbischof Defregger im „Grondl-Garten“ ein Wohnhaus errichtet, das er während seiner Urlaubsaufenthalte in Amlach auch ständig bewohnte. So wurde Amlach für Weihbischof Matthias Defregger zur zweiten Heimat. Bei allen seinen Aufenthalten in Amlach hat er viele der großen und kleinen Kirchenfeste in einer sehr würdigen und eindrucksvollen Art und Weise gestaltet und dem dörflichen Leben seine besondere Note gegeben. Doch nicht nur in Amlach, sondern auch in anderen Orten des Bezirkes und Landes hat sich Bischof Defregger oft spontan bereiterklärt, verschiedene Feierlichkeiten zu zelebrieren. In ganz besonderer Weise hat sich Weihbischof Defregger der Renovierung der Kirche zur „Hl.. Ottilia“ eingesetzt. Neben vielfacher organisatorischer Hilfe hat er auch mit finanzieller Unterstützung mitgeholfen. Seinen Bemühungen ist es auch zu verdanken, dass Kardinal Friedrich Wetter der Erzdiözese München-Freising als großer Marienverehrer die Renovierung des Marienaltars zur Gänze finanziert hat.

Am 15. August 1981 wurde auf Weihbischof Matthias Defregger vor der Pfarr- und Wallfahrtskirche München-Ramersdorf ein Säureattentat verübt, das ihm in den folgenden Jahren gesundheitlich sehr zu schaffen machte und auch ständig unter dessen Folgen zu leiden hatte.

Eine Gehirnblutung löschte am 23. Juli 1995 das Leben des hochverdienten und überaus geschätzten Kirchenmannes aus. Weihbischof Matthias Defregger wurde am 29. Juli 1995 in Amlach ein würdiges und ehrendes Begräbnis zuteil, zu dem Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt der römischen Glaubenskongregation in Rom, Friedrich Kardinal Wetter von München, Weihbischof Franz Xafer Schwarzenböck (Domprobst von München), Erzbischof Alois Wagner von Rom, Erzbischof Georg Eder von Salzburg, Domdechant Gottfried Schickenberger von Linz und weitere Vertreter des Domkapitels sowie geistliche und politische Persönlichkeiten des Landes Tirol und des Bezirkes gekommen waren.
Ferner erwiesen dem verstorbenen Weihbischof auch Herzog Albrecht von Bayern, Erzherzogin Gabriele Habsburg, die Tochter von Regina und Otto Habsburg, die lezte Ehre.
Weihbischof Matthias Defregger hatte eine besondere Beziehung zum Hause Holzer-Grondl in Amlach. Paula Holzer – Grondl Paula – war 28 Jahre hindurch eine treue Haushälterin des Weihbischofs.




In seinem gliebten Dorf Amlach fand Weihbischof Matthias Defregger seine letzte Ruhestätte



li: Erzbischof Eder v. Salzburg, Kardinal Josepf Ratzinger (nun Papst Benedikt XVI)



Der Trauerzug


im Friedhof


Nachruf

(Deutsche Tagespost Nr. 89/27. Juli 1995, 5.)
DEFREGGER, Matthias, Weihbischof in München, * 18.2. 1915 in München, + 23.7. 1995 in München. - Als Enkel des berühmten Tiroler Malers Franz von Defregger studierte er am Jesuitenkolleg "Stella matutina" zu Feldkirch/Österreich. Hier erhielt er die Grundlagen seiner literarischen und musischen Bildung. Nach schwerem Militärdienst weihte ihn Kardinal v. Faulhaber 1949 zum Priester. Zunächst unmittelbaren seelsorglichen Aufgaben verbunden - hier fühlte er sich zeit seines Lebens besonders daheim - wechselte er bald auf das Gebiet der diözesanen Arbeit. Im Jahre 1953 wurde er Sekretär von Kardinal Wendel. Als solcher nahm er auch wesentlichen Anteil an der Vorbereitung des eucharistischen Weltkongresses im Jahre 1960 in München. Kardinal Julius Döpfner nahm D. 1962 in das Metropolitankapitel auf. Bald darauf übernahm er das Amt des Generalvikars der Erzdiözese München. Bis 1968 war er in diesem Amte segensreich tätig, bis ihn in diesem Jahre Paul VI. zum Weihbischof in München ernannte. Seine Tätigkeit unter hervorragenden Erzbischöfen ließen in ihm inmitten aller persönlichen Liebenswürdigkeit und Volksverbundenheit fachliche Kompetenzen wachsen, die beeindruckend wirkten. Daher wurde er auch der erste Bischofsvikar der Seelsorgsregion Süd der Erzdiözese, von 1970 an war er Bischofsvikar für die Orden, was wiederum gerade unter ihm von großer Wichtigkeit wurde. Fortbildungskurse und gemeinsame Noviziatsschule für die weiblichen Kongregationen bekamen geradezu modellartigen Charakter. Er war, so könnte man sagen, der große Seelsorger der verschiedenen Orden in München, er ging aber ebenso auch einzelnen Berufungen intensiv nach und wurde dabei zu einem besonderen geistlichen Fürsprecher landauf, landab. In seinen zahlreichen Begegnungen mit den Menschen stand er stets auf dem Boden echter kirchlicher und heimatlicher Realität, Mannhaft und mit großer Einfühlungsgabe versuchte er in seinen sehr volkstümlichen Predigten das Volk für Christus zu begeistern. Er vermied dabei alles, was auch nur in einem geringen Maße dazu beigetragen hätte, Menschen in der Gemeinschaft der Kirche in Unsicherheit zu bringen. Tief vertraut war ihm dabei das Wort Goethes: "Wer in schwankender Zeit sich selber schwankend erweist, vermehrt das Unheil nur, statt es zu bannen." Immer wieder war in Nachrufen auf seine Persönlichkeit die Kennzeichnung zu lesen: "Wort und Werk des Verstorbenen waren von der Überzeugung getragen, daß das Zeitgemäße und Zukunftsträchtige der Botschaft nicht in konformistischer Anpassung zum Ausdruck komme, sondern gerade in der Proklamierung des der Massenmentalität unzeitgemäß Erscheinenden zur Wirkung gelange. So wurde er für viele zu einem Festpunkt des frohgemuten, authentischen Glaubens, an dem sie Halt suchten und fanden. Das Attentat auf D. während einer Marienwallfahrt an der Peripherie von München, das ihn lebenslänglich verletzte, hat schwer auf ihm gelastet. Sein Wahlspruch: "Servus omnium" - "Diener aller" hat in seinem Leben stets Geltung behalten.